BlackMörtel

Ich bin weiß, männlich.
Ich schäme mich für eine Welt, die ich gegenüber meinen Kindern mit zu verantworten habe, auch wenn ich vielleicht nicht für alles mitverantwortlich bin.
Ich schäme mich, dass ich der „Spezies“ des (Alten) Weißen Mannes angehöre.
Ich schäme mich, dass der Weiße Mann zu oft davon kommt, wenn er rassistich motiviert mordet.
Ich schäme mich, dass der Weiße Mann an der Spitze zu vieler Regierungen sitzt und seine moralischen, empathischen und geistigen Limitierungen zur Schau stellt.
Ich schäme mich, dass der Weiße Mann immer noch in seinem Chefsessel sitzt und unsere Umwelt und unsere Gesellschaften aus eigener Profitsucht durchökonomisiert und ruiniert.
Ich schäme mich, dass der Weiße Mann glaubt, dass sexistische Anspielungen keine erbärmliche Belästigung, sondern ein gelungener „Witz“ seien.
Ich schäme mich, dass der Weiße Mann die Entmannung fürchtet, wenn er statt der Frau Kinder und Familie managen darf.

Ich schäme mich, dass man diese Liste wohl noch sehr viel länger gestalten könnte.

Admin Jürgen

Wer vor Faschisten einknickt, ist kein Bewahrer von Menschenrechten!

eufaschist

Was bringt es, den politischen Arm des Rechtsterrorismus zu verurteilen, das Eindämmen von rechter Hetze und Gewalt zu fordern und gebetsmühlenartig Maßnahmen gegen Rassismus und Rechtsextremismus anzukündigen?

An der griechisch-türkischen Grenze wird doch gearde der Beweis erbracht, dass die Hauptstrategie der deutschen/europäischen Politik das Einknicken vor eben diesen Faschisten ist und die Menschenrechte als zweitrangiges Gut unter Gummiknüppeln und Gewehrfeuer vor die Hunde gehen.

Das Verurteilen der AfD ist richtig. Aber es offenbart doch auch die Lebenslüge, die sich der Bundestag und die demokratischen Parteien zusammen stricken. Wer die rechte Hetze verurteilt, muss dies auch konsequent in die Tat umsetzen. Wenn man sich rausredet, dass es ein Alleingang wäre 5000 Kinder aufzunehmen, manche sogar richtig davor warnen, weil diese Kinder ja nur Ankerpersonen wären (und dann noch viel mehr nachkommen würden), dann muss man auch zugeben, dass der wahre Grund, keine Migranten in die EU zu lassen, der ist, dass man Angst vor den Faschisten und der Hetze hat, die die Faschisten produzieren würden, wenn wieder „Migranten“ kommen würden.

Denn man redet zwar viel von Strategien gegen Rassismus und Rechtsextremismus, aber man hat keine. Und nicht zu vergessen: Da unten an der griechisch-türkischen Grenze, da stehen keine Migranten. Es sind Flüchtlinge. Und die EU hat die verdammte Schuldigkeit diesen zu helfen statt auf sie schießen zu lassen und die Grenze dicht zu machen.

Admin Jürgen

möhring

Die CDU Thüringen will Bodo Ramelow nicht zum Ministerpräsidenten wählen.

Will die CDU Thüringen sich endgültig der Lächerlichkeit preis geben? Haben die immer noch nicht gemerkt, dass sie womöglich die letzten Überreste von Vertrauen und Zutrauen in die Politik verspielen?

Dieses bestenfalls chaotische Verhalten ist mit dem Wort erbärmlich nur rudimentär umschrieben.

Der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU gegenüber der Linken nimmt ein ganzes Land in Geiselhaft für eine antiquierte und gefährliche Sichtweise der politischen Dinge an sich.

Die CDU redet sich auf Standhaftigkeit und Prinzipientreue heraus. Was soll das aber heißen? Hat sich die CDU nicht auf die Fahnen geschrieben dem Wohle Deutschlands zu dienen? Und kommt nicht angeblich in der CDU erst das Land und dann die Partei? Oder sind das Festhalten an Kampfparolen und Hufeisen wichtiger als die Menschen in Deutschland, als die politischen Probleme des Landes? Sind die Prinzipien wichtiger als das Dagegenhalten gegen eine faschistische Partei, die mit ihrer Hetze das Land überzieht? Und die anderen Parteien immer wieder vorführt?

Hufeisen sollen Glück bringen. Liebe CDU, kommt es nicht eher auf Vernunft und intelligentes Handeln an? Glück ist ein flatterhaftes Wesen, mal kommt es vorbei, mal nicht. Aber es kommt nie zu denen, die sich absichtlich dämlich anstellen.

Otto Wels sagte einst, man könne uns Freiheit und Leben nehmen, die Ehre aber nicht. Warum kommt einem nur dieser Gedanke, dass die CDU nie in der Lage sein wird, dass sie über ihren Schatten springen und den ehrenvollen, aber (für sie) harten Weg nehmen wird?

Admin Jürgen

#Ramelow #Thüringen Bodo Ramelow

https://twitter.com/i/status/1233401615413104640

 

unvereinRechtsterror in Deutschland, NSU, Lübcke, brennende Asylbewerberheime. Dazu der alternative, politische Arm des Rechtsterrorismus in Deutschland. Aber die CDU weiß es besser. Es soll ja Berichte geben, dass es in Deutschland Stadtteile geben soll, in denen es keine freien Plätze auf Verkehrsschildern oder Lichtmasten mehr gibt, weil dort überall gewaltbereite, linksextremistische Aufkleber der Antifa kleben. Da muss die CDU natürlich das Land in eine politische Krise stürzen, weil die Partei Die Linke natürlich für das Symbol des um sich greifenden Linksterrors in Deutschland ist. Auf Stimmen in der eigenen Partei hört man nicht. Die „Stimmen der Vernunft“ in der CDU kommen aus der sinnbefreiten WerteUnion und versprengten erzkonservativen Kräften. Wenn die CDU weiter auf solche Stimmen hört, wird sie bald gar keinen bezug mehr zum realpolitischen Leben in Deutschland haben. Damit wäre die CDU nicht mehr politisch zurechnungsfähig. Soll man dann mit einer solchen Partei noch zusammenarbeiten. 😉

Wer hat uns verraten? Pseudo-Demokraten!

rame

Wer hat uns verraten?
Pseudo-Demokraten!

Der alte Spruch, dass die Verräter Sozialdemokraten waren, wird durch die Ereignisse in Thüringen in Vergessenheit geraten. CDU und FDP zertrümmern in dramatischer Weise Grundwerte der deutschen Demokratie.

All die Gespräche, die zwischen den Parteien im Vorfeld der Ministerpräsidentenwahl stattfanden, all die Bemühungen, z.B. von Herrn Gauck, werden ad absurdum geführt. Kann man der CDU noch trauen?

Die FDP lässt sich wohlwissend von Faschisten wählen. Herr Kemmerich gibt eine Figur, bei der man nicht weiß, ob er wirklich völlig politisch naiv, hinterhätig abgebrüht oder einfach nur dumm ist. In allen Fällen hat er in der Politik nichts zu suchen.

Herr Lindner, was soll man da sagen. Das harmloseste ist noch, dass er ein unverschämter Populist ist, dem nichts, aber auch wirklich gar nichts an unserem Staat und unserer Gesellschaft liegt. Zudem hat er sich in den vergangenen Tagen als das erwiesen, was viele schon vermutet haben: ein Profi der Unfähigkeit.

Die CDU. Wofür steht diese Partei noch? Will die CDU wirklich die Lügengeschichte von der staatsgefährdenen Ex-SED-Partei immer weiter auftischen? Wer soll das denn noch glauben? Gut, Ramelow ist nicht Die Linke. Aber er hat glaubwürdig gearbeitet, keine schlechte Politik für Thüringen gemacht, war beliebt. Und niemand konnte auch nur einen Hauch von Extremismus oder Radikalität erkennen. Nun ja, radikal war er schon, radikal glaubwürdig, ehrlich, emsig. Die Mär von einer extremen Linken ist eine Peinlichkeit. Wenn sie nicht die AfD verharmlosen würde, man könnte fast darüber lachen.

AKK. Ein politisches Wrack, sie spiegelt den Zustand ihres Ministeriums auch im Amt der CDU-Vorsitzenden. Niemand in der CDU hört auf sie, sie hat keine politische Vision und sie riskiert in ihrem Überlebenskampf auch die Regierung aus CDU/CSU/SPD.

Die Werteunion ist ein Haufen erzkonservativer, rückgratloser Totengräber der hehren CDU-Werte. Sie wollen die CDU destabilisieren und damit die Regierung und das ganze Land. In ihren Reihen tummeln sich „Politiker“ die in der AfD bestens Karriere machen könnten. Sie sind maßgeblich für den politischen Dammbruch in Thüringen verantwortlich (niemand kann ernsthaft die Politikstümper um Christan Lindner als federführend ansehen).

Friedrich Merz. Am Abend der AKK-Herrschaft über die CDU erklärt Sir BlackRock, dass er der Oberheuschrecke besser als zukünftiger Chef der CDU und möglicherweise als Kanzler dienen könne.

Wenn die AfD der Sprengstoff und die Werteunion der Zünder ist, dann ist Merz der Mann, der aufs Knöpfchen drückt.

Merz, AKK, Lindner etc. Sie alle haben eines gemeinsam. Nein, sie sind keine Faschisten. Das sind die von der AfD.

Sie sind schlimmer. Denn sie tarnen sich im Gewand eines Demokraten. Eines Demokraten, der anderen vorwirft, kein Demokrat, sondern Sozialist oder Linksextremist zu sein.

Sie tarnen sich mit dem Kostüm des Biedermannes und legen überall Feuer. In den eigenen Parteien, in Thüringen, in den Herzen vieler Menschen, im ganzen Land.

Sie sind keine Faschisten und bereiten doch durch ihre Machtgier und ihre gleichzeitige Inkompetenz den Boden für die Faschisten und deren Ideologie.

Nein, Bodo Ramelow und die Linkspartei haben unserem Staat nicht geschadet oder ihn unterminiert. Ramelow und die Linke sollen nur die Prügelknaben für eine erodierende konservative und liberale „Elite“ sein.

Admin Jürgen

thür

Ich weiß nicht, wie mein Großvater starb. Aber er hat das KZ Sachsenhausen nicht lebend verlassen. Er war SPD-Mitglied und damit für einen großen Teil des politischen Betriebes in der Weimarer Zeit ein gefährlicher Sozialist und Staatsfeind (für die reaktionär orientierten Konservativen). Diese Diffamierung von Menschen, die sich für ein demokratisches Miteinander einsetzen erleben wir heute leider wieder.

Heute am frühen morgen haben zwei Personen meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die eine Person war Bodo Ramelow, der ein Zitat von Adolf Hitler auf seiner Facebook-Seite gebracht hat, ein Zitat, das einen erschaudern lässt. „Den größten Erfolg erzielten wir in Thüringen. Dort sind wir heute wirklich die ausschlaggebende Partei.[…] Die Parteien in Thüringen, die bisher die Regierung bildeten, vermögen ohne unsere Mitwirkung keine Majorität aufzubringen.“ Es ist 90 Jahre alt und doch hätte es auch gestern jemand als Kommentar zu den Ereignissen in Thüringen sagen können. Bodo Ramelow ist Mitglied der Partei Die Linke. Und das führt mich zur zweiten Person.

Alexander Mitsch, Vorsitzender der sog. „Werteunion“, einer, nehmen wir ein Wort aus der Hitler-Zeit, Bewegung innerhalb der CDU, die die CDU von innen heraus „erneuern“ will, erwecken will. Wem diesem Vokabular vertraut vorkommt, der hat vielleicht auch die Besorgnis, dass in der CDU eine alternative CDU für Deutschland wachsen soll, die nicht neu ist, sondern dem erzkonservativen Geist einer angeblich längst vergangenen Zeit ähnelt.

Herr Mitsch war Gast im Deutschlandfunk. Er konnte nicht mal auf die erste Frage des Moderators antworten. Er sprach viel lieber davon, dass Kemmerich „demokratisch“ gewählt wurde und dass der „erzwungene“ Rücktritt von Kemmerich das Vertrauen in die Demokratie zerstören würde. Wer 1933 „demokratisch“ gewählt wurde, weiß man. Wer das Vertrauen in die Demokratie zerstört, kann man heute ganz gut sehen. Mittlerweile ist die Wahl durch AfDs Gnaden fast schon das kleinere Übel, wenn man bedenkt, wie konfus und unglaubwürdig sich CDU und FDP (nicht nur in den Personen Kramp-Karrenbauer und Lindner) anstellen.

Mitsch zog vor allem ein Register. Und genau das, worauf er abzielte, ist das, wovor ich mich sehr fürchte. Mitsch schwadronierte vor allem von der Gefahr von Links. Ausgehend von dem Märchen, dass die Linke nur eine ehemalige SED-Partei sei. Mitsch sprach davon, dass man nur für sein eigenes Handeln verantwortlich sein könne. Ich frage mich nun, ob Herr Mitsch (und alle, die es ihm gleich tun), wirklich die Verantwortung dafür übernehmen möchte, dass die Gefahr durch die faschistische AfD kleingeredet wird und dafür eine Gefahr von Links konstruiert wird, die nicht existiert. Übernimmt Mitsch die Verantwortung dafür, dass durch sein Handeln und seine Worte der Weg dafür bereitet wird, dass rassistische und totalitäre Politik seitens einer eben nicht bürgerlichen Partei gesellschaftsfähig gemacht wird? Wir wissen, wo so etwas endet.

Ich gebe zu, dass ich mir Sorgen mache. Eintreten für demokratische Prozesse, für die Inhalte unseres Grundgesetzes, wird zunehmend nicht nur von Seiten der AfD und anderen rechtsextremistischen Mobs diskreditiert und, teils mit Gewalt, verfolgt. Das kann man erwarten. Aber dass der Konsens unter den anderen Parteien erodiert, keinen einen nicht kalt lassen. Es mag nur ein Gefühl sein, aber esleider wie ein Gift, das den Körper und Geist in Panik versetzt. Das Gefühl, dass das Spektrum der Parteien, die sich für den Erhalt unser Demokratie einsetzen, bald wieder recht überschaubar sein wird. Und die Frage muss mal erlaubt sein: Warum sind diese Parteien wieder nur links von der politischen Mitte?

Es ist zu früh um den Teufel an die Wand zu malen. Aber als ich das Zitat von Bodo Ramelow las, musste ich an zwei Dinge denken. An meinen Großvater (den ich nie kennen lernen konnte) und an Bodo Ramelow, wie er als politischer Häftling endet. Nicht lachen, kann man das wirklich ausschließen?

Sie können den Namen Ramelow durch ihren eigenen Namen ersetzen. Denn das ist das, was uns blühen könnte, wenn nach der FDP auch die CDU weiter erodiert und einer aus der Werteunion oder Friedrich Merz das Ruder im konservativen Lager übernehmen würde. Denen ist es egal ob sie mit der AfD zusammenarbeiten, hauptsächlich folgen sie nur ihrem Machtinstinkt und glauben gleichzeitig, dass sie die AfD schon irgendwie in die Ecke drücken können, das es quietscht. Die Papen-Kameraden in der CDU und FDP spielen ein Scheiß-Spiel.

Die CDU im Osten Deutschlands hat sich in großen Teilen schon vom demokratischen Konsens verabschiedet. Das ist das gefährlichste was im Land passiert. Die Kommentare zu Thüringen gehen im Moment dahin, dass durch den angekündigten Rücktritt von Kemmerich die Brandmauer gegen rechts wieder stehen würde. Aber es scheint eher so als ob die Mauer selbst schon brennen würde.

Admin Jürgen

kapital

Niemand soll jetzt so tun, als ob sich die Zusammenarbeit zwischen CDU, FDP und AfD nicht abgezeichnet hätte. Wir wehren uns immer gegen Vergleiche mit der Weimarer Zeit, aber welch ein Zufall: wieder wird Thüringen zum Experimentierfeld von Zentristen, Kapital und Faschisten. Wieder glaube die angeblich so bürgerlichen Parteien, dass die rechtsextremistische Gefahr zu vernachlässigen ist.

Die Büchse der Pandora ist geöffnet, der Faschismus zersetzt den politischen Konsens, dass Demokraten nicht mit Faschisten zusammen arbeiten und sich auch nicht von ihnen wählen lässt. CDU und FDP brauchen uns nicht anlügen. Was geschehen ist, war politisches Kalkül. Es war gewollt. Und wenn es nicht gewollt war, dann war es bewußt in Kauf genommen worden.

Schande über die FDP, Schande über die CDU.

Wir hätten bis hierhin schon wachsam sein müssen. Jetzt müssen wir uns ernsthafte Sorgen machen.

Das Vermächtnis der Wannseekonferenz

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Heute ist Jahrestag der Wannseekonferenz. Am 20. Januar 1942 wurden am Großen Wannseee die Grundzüge der Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Vernichtung in den Osten diskutiert. Unter der Leitung von Reinhard Heydrich, dem Organisator der „Endlösung der Judenfrage“.

Ich möchte nicht weiter auf die Zusammenhänge eingehen, die sollten uns allen bekannt sein, zumindest in groben Zügen. Ich verweise auf die Links am Ende des Textes, die zur Homepage der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wansseekonferenz und darüber hinaus auf das von Eichmann verfasste Protokoll dieser Konferenz verweisen. Das Protokoll ist ein nicht widerlegbarer Beweis für einen millionfachen Massenmord. Ein Massenmord, der in der Diktion von Herrn Gauland ein Vogelschiss darstellt. Wer dieses Protokll liest, wird sich eventuell wünschen, fünf Minuten allein mit Gauland in einem Zimmer zu sein.

Sinnvoller als einem Unbelehrbaren Anstand beizubringen ist allerdings ein Besuch der Gedenkstätte. Ich habe vor gut acht Jahren das Haus der Wannseekonferenz besucht. Rückblickend lässt mich ein geradezu surrealer Gegensatz zwischen den Konzentrationslagern, die ich zuvor und danach besucht habe, und dieser Villa die Perversion des Nationalsozialismus noch mehr erschaudern. Die Leere und Beklemmung, die einen schon beim Betreten eines ehemaligen KZ befällt, steht in krassem Widerspruch zu der relativen Leichtigkeit beim Betreten der Villa am Wannsee (und das obwohl man weiß, was an diesem Ort geschehen ist). Diese Leichtigkeit wird sofort weggewischt sobald man in die Ausstellung eintaucht (die Dauerausstellung hat sich seit meinem Besuch verändert).

Ich kann jedem nur empfehlen auch diesen Ort zu besuchen. Einen „herrschaftlichen“ Ort, an dem mit einer unglaublichen Gefühlskälte über das Schicksal von Menschen entschieden wurde. Es gibt einige Bücher, die sich mit dieser Thematik beschäftigen (herausheben möchte ich hier nur Peter Longerich: Wannseekonferenz. Der Weg zur „Endlösung“. Pantheon-Verlag, München 2016, ISBN 978-3-570-55344-2). Es gibt auch eine hervorragenden Roman von Robert Harris („Vaterland“), in dem Harris eine Mordserie an ehemaligen Nazigrößen behandelt (in dieser Fiktion hat Nazideutschland gesiegt). Man erfährt, dass die Mordopfer die überlebenden Mitwisser des totgeschwiegenen Verschwindens der Juden sind. Der Roman beleuchtet dabei besonders die Heimlichkeit der Konferenz und die wenigen verbliebenen Belege.

Darüber hinaus gibt es auch zwei Spielfilme, wobei mir persönlich der Film Conspiracy (USA/GB, 2001, auf Deutsch als Die Wannseekonferenz, mit Kenneth Branagh, der Film dauert genau wie die eigentliche Wannseekonferenz 85 Minuten) eindrucksvoller erscheint, trotz historischer Ungenauigkeiten in Details, da der Film (und die Schauspieler) den Wahnsinn dessen, was dort passiert ist, unheimlich plastisch transportieren kann.

Zweifel an der Schuld der Deutschen können nach dem Besuch der Villa am Wannsee und dem Lesen des Protokolls nicht aufkommen (das gilt natürlich auch für einen Besuch der Konzentrationslager). Wer diese historische Schuld leugnet – und wir wissen, wer dies tut – steht außerhalb des demokratischen Grundkonsenses dieses Landes. Menschen, Parteien, Medien, die zulassen, dass Leugner dieser Schuld ihre zersetzenden Botschaften verbreiten können oder Verständnis äußern für Menschen, die diesen leugnenden Rattenfängern folgen, beschmutzen das Vermächtnis, das der Holocaust diesem Land hinterlassen hat.

https://www.ghwk.de/de

https://www.ghwk.de/…/Konferenz/protokoll-januar1942_barrie…

https://www.ghwk.de/de/konferenz/protokoll-und-dokumente

Wieviel Gutmeinende passen auf einen Bierdeckel?

merzilein

Cum-Ex-Profi Merz will die „Gutmeinenden“ von der AfD-Wählerschaft wieder zurückgewinnen. Aha. Was meint dieses gewissenlose Imitat eines Politikers?
Sind mit „Gutmeinenden“ die gemeint, die von den rechtsextremen Wahnvorstellungen der AfD in den Bann gezogen worden, weil sie zunächst glaubten, die AfD wäre mal eine Alternative zum alten Politikbusiness? Dabei merkten diese zwar, dass es sich um eine rassistische Bande handelt. Aber irgendwie ignorierten sie dies bis sie schließlich dann doch merkten (immerhin klärte eine gewisse Anzahl an Medien die Bürger auf), dass die AfD-Ideen sich mit den eigenen rassistischen Einstellungen deckten. Und daraufhin wollten sie erst recht die AfD unterstützen.

Oder meint die Hand Blackrocks, dass die AfD-Wähler zwar zu einem großen Teil rassistisch denkende Menschen sind, die eine rassistische Partei unterstützen, sich dieses Gedankengut aber wunderbar mit seinen eigenen Vorstellungen für die Zukunft unseres Landes deckt? Diese AfD-Leute also etwas „Gutes“ meinen, weil er das auch meint?

Nur mal angerissen Herr Merz: In der AfD und deren Wählerschaft gibt es niemanden, der etwas „Gutes“ meint oder gar „Gutes“ im Sinn hat. Da wird die Abschaffung der Demokratie wie es unser Grundgesetz vorsieht propagiert. Wer auch nur einen Millimeter auf die AfD zugeht, der geht auf den Abgrund einer faschistisch geprägten Ideologie zu. Und der Rand dieses Abgrundes gibt leicht nach…

Admin J.